Die Aktienmärkte in Asien und Europa verzeichneten am Mittwoch einen massiven Anstieg der Risikobereitschaft, nachdem Pakistan einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran vermittelt hatte. Die wichtigsten Erkenntnisse:
Asiatische und europäische Aktien legen kräftig zu, während die Ölpreise um 13 % einbrechen

- Pakistan vermittelte am 8. April einen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran und brachte den Konflikt zum Stillstand, nachdem Israel die iranische Eisenbahninfrastruktur angegriffen hatte.
- Die globalen Märkte legten kräftig zu, als der Brent-Rohölpreis um 13 % auf 94,50 USD fiel und der südkoreanische Kospi-Index um 7 % stieg.
- MST Financial warnt, dass die zweiwöchige Waffenruhe nur eine taktische Pause sei und eine dauerhafte Lösung für Stabilität erforderlich sei.
Europäische Indizes erholen sich angesichts nachlassender Spannungen
Asiatische und europäische Aktien legten am Mittwoch kräftig zu, als die Märkte aufatmeten, nachdem sich die USA und der Iran auf einen von Pakistan vermittelten Waffenstillstand geeinigt hatten. An der Spitze in Asien stand der südkoreanische Kospi-Index, der um 377 Punkte auf 5.872 Punkte sprang – ein Anstieg von rund 7 % –, während der japanische Nikkei 225 um 5,4 % zulegte. Die durch die Einstellung der Feindseligkeiten ausgelöste Risikobereitschaft griff auf den Hang Seng und den Shanghai Composite über, die um 3,1 % bzw. 2,7 % zulegten.
In Europa führte der DAX-Index die regionale Rallye an und legte in einer bullischen Eröffnungsphase um 4,4 % zu, da sich Industrie- und Automobilaktien – die sehr empfindlich auf Energiekosten reagieren – deutlich erholten. Der französische CAC 40 folgte dicht dahinter mit einem Plus von 3,85 %, gestützt durch eine Erholung im Luxus- und Luftfahrtsektor.
Auch der FTSE 100-Index kletterte im Vormittagshandel um 2,39 % und erholte sich damit vom Ausverkauf am Dienstag. Der Rückgang der vorangegangenen Sitzung war durch die verschärften geopolitischen Spannungen nach der Drohung von Präsident Donald Trump, iranische Kraftwerke zu zerstören, noch verstärkt worden, was Schockwellen durch die globalen Energiemärkte sandte und die Risikoprämien in die Höhe schnellen ließ.
Während das Risiko, dass der Konflikt in eine gefährlichere Phase eintritt, nach israelischen Angriffen auf die iranische Eisenbahninfrastruktur eskaliert war, sicherte ein letzter Appell des pakistanischen Premierministers an Trump letztlich den Waffenstillstand. Als Teil der Vereinbarung wird der Iran die Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus zulassen und Berichten zufolge weiterhin Mautgebühren für Schiffe erheben, die den Kanal durchqueren.
Trotz anhaltender Unklarheiten hinsichtlich anderer Bedingungen des Abkommens führte die Einstellung der Feindseligkeiten dazu, dass der Preis für Brent-Rohöl von über 110 USD pro Barrel auf 94,50 USD fiel, was einem Rückgang von 13 % entspricht. Ähnlich verzeichnete West Texas Intermediate, das am Dienstag kurzzeitig 117 USD erreicht hatte, einen Einbruch um 15 % auf 95,50 USD pro Barrel.
Analysten bewerten die Dauerhaftigkeit der „Ausfahrt“
Unterdessen warnen Analysten, dass der zweiwöchige Waffenstillstand lediglich eine taktische Pause sein könnte, die es den USA und Israel ermöglicht, ihre militärischen Ressourcen neu auszurichten, bevor die Feindseligkeiten möglicherweise wieder aufgenommen werden. Dennoch stellten Analysten der Deutschen Bank fest, dass Investoren nun, da eine „Ausfahrt“ eingeschlagen wurde, „tief aufatmen“, und betonten, dass die Pause einen systemischen Zusammenbruch der globalen Energieversorgungsketten verhindert, der letzte Woche unmittelbar bevorzustehen schien.
Skeptiker wie Saul Kavonic, Leiter der Energieforschung bei MST Financial, vermuten jedoch, dass der Waffenstillstand der US-Regierung einen politischen Ausweg aus ihren Ultimaten bietet, ohne den zugrunde liegenden Konflikt zu lösen. Er warnte, dass die Produktion von Öl und Flüssigerdgas erst dann wieder in nennenswertem Umfang anlaufen werde, wenn Vertrauen in eine dauerhafte Lösung bestehe.
„Ein zweiwöchiger Waffenstillstand würde es ermöglichen, einige Öl- und LNG-Tanker aus der Straße von Hormus auf den Markt zu bringen, was im Mai für eine gewisse Entlastung des Marktdrucks sorgen würde“, sagte Kavonic. „Dies führt nicht zu mehr Produktion, sondern lediglich zu einer Freigabe von Lagerbeständen auf See.“

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Ökonomen argumentieren zudem, dass der Waffenstillstand zwar weitere Zinserhöhungen verhindern könnte, aber wahrscheinlich nicht die Zinssenkungen auslösen wird, die die Märkte zu Beginn dieses Jahres erwartet hatten. Es bleibt abzuwarten, ob sich alle Parteien an die Vereinbarung halten werden, da konkurrierende Propaganda darüber, welche Seite den Konflikt „gewonnen“ hat, die Entschlossenheit der US-amerikanischen und israelischen Führung auf die Probe stellen dürfte.




