Der Oracle-Anbieter DIA hat ein neues Preissystem eingeführt, mit dem der innere Wert illiquider digitaler Vermögenswerte berechnet werden kann. Damit soll einer wachsenden Herausforderung begegnet werden, da tokenisierte Vermögenswerte im Wert von über 100 Milliarden US-Dollar ohne verlässliche Sekundärhandelsdaten in die DeFi-Märkte fließen.
19 Milliarden Dollar schwere Liquidation veranlasst DIA zur Einführung eines neuen DeFi-Preis-Orakel

Neues DIA Oracle zielt auf 100-Milliarden-Dollar-Lücke bei der Preisgestaltung tokenisierter Vermögenswerte in DeFi
In einer Mitteilung an Bitcoin.com News erklärt der Oracle-Anbieter DIA, dass das Produkt namens DIA Value versucht, ein praktisches Problem zu lösen, das im Bereich der dezentralen Finanzen (DeFi) auftritt: Viele neue Blockchain-basierte Vermögenswerte – von tokenisierten Staatsanleihen bis hin zu renditestarken Stablecoins – werden nicht häufig genug auf offenen Märkten gehandelt, um zuverlässige Preis-Feeds zu generieren.
In der traditionellen Finanzwelt (TradFi) sind marktbasierte Oracles auf Handelsaktivitäten angewiesen, um den Wert zu bestimmen. Wenn Vermögenswerte jedoch kaum gehandelt werden, können diese Feeds veraltet, dünn oder leicht manipulierbar werden, was das Risiko einer falschen Preisgestaltung innerhalb von Kreditmärkten, Tresoren und Derivatesystemen erhöht.
Diese Schwäche ist nicht nur theoretischer Natur. Am 10. Oktober 2025 wurden innerhalb von 24 Stunden nach der Übermittlung von gestressten Marktdaten durch Orakel-Systeme, die automatisierte Liquidationen über Protokolle hinweg auslösten, DeFi-Positionen im Wert von rund 19 Milliarden US-Dollar liquidiert. Bei illiquiden Token ist das Problem struktureller Natur. Spärliche Orderbücher machen die Preise anfällig für Manipulationen, während Protokolle entweder das Risiko akzeptieren oder die Notierung des Vermögenswerts gänzlich ablehnen müssen.
Das neue Orakel von DIA verfolgt einen anderen Ansatz: Anstatt sich auf Markttransaktionen zu stützen, leitet es den Preis aus den zugrunde liegenden Mechanismen jedes Vermögenswerts ab. In der Praxis bedeutet dies, dass Smart-Contract-Daten, Reserveguthaben, Rückkaufquoten oder andere überprüfbare Eingaben gelesen werden, die den tatsächlichen Wert des Tokens bestimmen.
Beispielsweise kann ein renditeträchtiger Token wie stETH nach seinem Rücknahmewert innerhalb des Protokolls bewertet werden und nicht nach dem letzten Preis, der an einer dezentralen Börse (DEX) mit minimaler Liquidität notiert wurde. Der gleiche Ansatz kann auf Stablecoins angewendet werden, die durch Reserven, tokenisierte Wertpapiere oder besicherte Vermögenswerte gedeckt sind, bei denen fundamentale Daten – und nicht das Handelsvolumen – den fairen Wert bestimmen.
Laut der Ankündigung haben bereits mehrere DeFi-Protokolle das System integriert, darunter Euler, Morpho, Silo und Hydration. Das Orakel wird auch für die Überprüfung der Stablecoin-Reserven und die Preisgestaltung tokenisierter Finanzinstrumente verwendet. Die Technologie könnte an Bedeutung gewinnen, wenn institutionelles Kapital in die Blockchain-Märkte eintritt. Viele tokenisierte reale Vermögenswerte (RWAs) werden nicht ständig gehandelt, was traditionelle Preis-Feeds weniger zuverlässig macht.
Finanzinstitute haben dieses Problem seit langem mit Instrumenten wie Nettoinventarwertberechnungen und Mark-to-Model-Bewertungsmethoden gelöst. Der Unterschied besteht laut DIA darin, dass Blockchain-Systeme diese Prozesse mithilfe transparenter On-Chain-Daten automatisieren können.

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Das Unternehmen gibt an, dass sein neues Produkt sein bestehendes marktbasiertes Oracle-Netzwerk ergänzt, das bereits Preis-Feeds für mehr als 3.000 liquide digitale Vermögenswerte in Dutzenden von Blockchains bereitstellt.
Kurz gesagt: Wenn die Marktpreise unübersichtlich sind – oder gar nicht existieren –, versucht das System, den Wert eines Vermögenswerts auf der Grundlage überprüfbarer Fundamentaldaten zu ermitteln. Für ein DeFi-Ökosystem, in dem tokenisierte Treasury-Anlagen, Staking-Derivate und renditetragende Token zunehmend Verbreitung finden, könnte diese Verlagerung vom „letzten Handel” zum „tatsächlichen Wert” den Unterschied zwischen stabilen Sicherheiten und einer weiteren Liquidationskaskade ausmachen.
FAQ 🧭
- Was ist DIA Value? DIA Value ist ein Blockchain-Orakel, das entwickelt wurde, um den inneren Wert illiquider digitaler Vermögenswerte anhand von On-Chain-Daten statt anhand von Markttransaktionen zu berechnen.
- Warum ist es schwierig, illiquide Krypto-Assets zu bewerten? Viele tokenisierte Assets verfügen über keine aktiven Sekundärmärkte, wodurch handelsbasierte Preis-Feeds unzuverlässig oder leicht manipulierbar sind.
- Welche Arten von Vermögenswerten kann das Orakel bewerten? Das System unterstützt renditetragende Stablecoins, tokenisierte Staatsanleihen, liquide Staking-Token und andere Token für reale Vermögenswerte.
- Warum ist die intrinsische Bewertung in DeFi wichtig? Eine genaue Preisgestaltung hilft, falsche Liquidationen zu vermeiden, und ermöglicht es Kreditprotokollen, illiquide Vermögenswerte sicher als Sicherheiten zu akzeptieren.




